Über

Hallo zusammen! Mein Name ist Megan! Schön, das ihr den Weg zu meinem Blog gefunden habt. Ich leide an Essstörungen und Depression seit ich ein kleines Kind bin. Morgen geht es für mich in die Klinik. Täglich werde ich euch von meinem Klinikaufenthalt berichten. Wenn ihr mehr über mich erfahren wollt, abonniert doch einfach meinen Blog! Übrigens, positives Feedback ist jederzeit willkommen!

Alter: 25
aus: 41068 Mönchengladbach
 


Werbung




Blog

Mein Tagesablauf in der Bulimie

Es ist mal wieder einer dieser Tage an denen ich nicht schlafen kann. Ständig muss ich an meine Figur denken. Daran, wie ich schnell möglichst viel abnehmen kann.
Mein Wecker klingelt. Und zeigt mir 4 Uhr an. Ich habe keine Lust aufzustehen. Raus muss ich sowieso erst in knapp 3, 3 1/2 Stunden. Nur wiederwillig stehe ich auf. Ich stehe auf um Sport zu treiben. Eine knappe Stunde lang. Doch zuerst wiege ich mich. Viel zu viel.
Dann trainiere ich für eine Stunde. Und der erneute Gang zur Waage. Wieso wird es einfach nicht weniger? Ich hasse mich dafür.

Zum Frühstück esse ich nur sehr wenig. Stattdessen trinke ich sehr viel Kaffee. Dann geht es für ein Paar Stunden zur Uni. Dort esse ich nichts. Während andere essen gehen, lüge ich sie an. Ich gehe lieber spazieren als zu essen.

Auf dem Weg nach Hause gehe ich in verschiedene Supermärkte. Und kaufe alles ein. Hauptsache fettig, kalorienreich und viel.

Zuhause mache ich den Fernseher an. Und stopfe alles in mich hinein. Um anschließend auf die Toilette zu gehen und zu erbrechen. Noch schnell Zähne geputzt. Wieder ging ich zur Waage. Die weniger anzeigte. Endlich.
Noch schnell auf zum Sport. Joggen.

Völlig ausgepauert komme ich nach Hause. Mittagessen fällt aus. Jetzt bin ich nur noch müde. Ausgelaugt. Erschöpft. Ich will nur noch schlafen.
Zum Abendessen aß ich nur eine Kleinigkeit. Ich schmiss mir lieber Abführmittel und Entwässerungstabletten ein. Ich fühle mich zu dick um vernünfig zu essen. Eine kleine Portion. Nur um den Schein zu wahren.
Ziemlich müde ließ ich mich ins Bett fallen.

11.6.15 16:51, kommentieren

Werbung


Abschiedsbrief an die Essstörungen

Heute musste ich in der Einzeltherapie einen Abschiedsbrief an meine Essstörungen schreiben. Wie der aussieht, könnt ihr jetzt hier nachlesen:

Liebe Bulimie, liebes Binge-Eating,

heute ist der Tag gekommen an dem ich mich von euch verabschieden muss. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt um mich von euch zu verabschieden. Um euch loszulassen.
Kennengelernt habe ich dich, Binge-Eating, als ich 7 Jahre alt war. Da ging ich gerade erst in die erste Klasse. Schon damals wurde mir das Leben zur Hölle gemacht. Ich wurde gemobbt, ausgelacht, beleidigt, schickaniert und zum Außenseiter gemacht. Seit über einem Jahr habe ich mich allein gefühlt, einsam. Unnütz. Ungeliebt.

Doch dann habe ich dich kennengelernt, Binge-Eating. Du hast mich aufgefangen. Warst für mich da als niemand es war. Ich war ein kleines einsames Kind als wir uns kennengelernt haben. Du hast mich unterstützt.
Bis zu meinem 11. Lebensjahr hast du mich begleitet. Ziemlich unterstützt.

Dann allerdings habe ich dich, Bulimie, kennengelernt. Als meine sogenannten Mitschüler mich mobbten, warst du für mich da. Du warst an meiner Seite. Tag für Tag. Nächtelang.
Ihr beiden habt mich nie schickaniert. Nie beleidigt, mich nie gemobbt oder Kritik an mir ausgeübt. Durch euch verdrängte ich meist wie einsam und allein gelassen ich mich gefühlt habe.

Doch heute ist der Tag gekommen an dem ich euch loslassen muss. Auch wenn es mir nicht gerade leichtfällt. Ich will mein Leben jetzt ändern. Es ist Zeit einen neuen Weg einzuschlagen. Da passt ihr beiden einfach nicht mehr hinein.

Danke, das ihr mich so lange begleitet habt. Auch wenn ich jetzt heule wie ein Schlosshund, ist es besser euch gehen zu lassen. Danke, für alle die Jahre die ihr mich begleitet, unterstützt und geleitet habt. Irgendwie werde ich euch vermissen.
Machts gut. Für immer.

Eure Megan

16.6.15 17:21, kommentieren